Aluminiumindustrie im Vereinigten Königreich 2026: Warum Recycling jetzt wichtiger ist als Primärproduktion
Wenn Sie 2026 auf die britische Aluminiumindustrie schauen, sehen Sie ein Paradox. Kaum eigene Primärproduktion, aber ein historisch hoher Verbrauch. Aluminium ist allgegenwärtig – nur entsteht es längst nicht mehr dort, wo Sie es vermuten würden.
Genau deshalb verschiebt sich der Fokus radikal: weg von energieintensiven Schmelzwerken, hin zu Recycling, Kreislaufwirtschaft und strategischer Versorgung. Warum dieser Wandel unvermeidlich ist – und was er für Unternehmen, Politik und Investoren bedeutet – zeigt der Blick auf die aktuelle Realität.

Aluminiumindustrie UK 2026: Die unbequeme Wahrheit
Im Jahr 2000 produzierte das Vereinigte Königreich noch rund 320.000 Tonnen Aluminium. 2024 waren es nur noch etwa 103.000 Tonnen. 2026 existiert faktisch nur noch ein Primärschmelzwerk: Lochaber in Schottland mit ca. 50.000 Tonnen Jahreskapazität.
Gleichzeitig lag der Aluminiumverbrauch 2025 bei rund 296.000 Tonnen. Die Lücke wird durch Importe geschlossen – über 880.000 Tonnen Aluminiumimporte allein 2024.
Genau deshalb wurde Aluminium im März 2025 offiziell als kritischer Rohstoff in die britische Rohstoffstrategie aufgenommen.
Aluminiumpreise UK 2026: Konkrete Zahlen
Wer 2026 Aluminium einkauft, braucht belastbare Zahlen – keine Schätzungen.
- LME Aluminium (3‑Monats‑Kontrakt, Jan 2026): ca. £2.450–£2.600 pro Tonne
- Aluminiumbarren (Primär, UK‑Markt): abhängig von Prämien und Energiezuschlägen
- Schrottaluminium (Schnitte): durchschnittlich £1,15 pro kg (Stand 16. Januar 2026)
Die Preistreiber bleiben eindeutig: Energiepreise, globale Angebotsbeschränkungen (v. a. China) und CO₂‑Regulierung.
Warum Recycling der eigentliche Wachstumsmotor ist
Aluminiumrecycling benötigt nur rund 5 % der Energie von Primäraluminium. Das ist kein Marketing‑Argument – das ist industrielle Mathematik.
2023 lag die Recyclingquote für Aluminiumverpackungen im Vereinigten Königreich bei 68 %. Getränkedosen erreichten sogar 81 %.


Fast 75 % des jemals weltweit produzierten Aluminiums ist heute noch im Umlauf. Für ein Land ohne eigene Bauxit‑Vorkommen ist das ein strategischer Vorteil.
Energiepolitik 2026: Entlastung – aber zu spät?
Ab April 2026 erhalten energieintensive Industrien im Vereinigten Königreich einen 90 %‑Rabatt auf Stromnetzentgelte. Die Regierung beziffert die Entlastung auf bis zu £420 Millionen pro Jahr.
Das hilft – aber viele Aluminiumunternehmen haben den Markt bereits verlassen.
Aluminiumunternehmen UK 2026: Wer noch relevant ist
- Novelis UK – Walzprodukte & Recycling
- Hydro Aluminium – Extrusion & Kreislaufmodelle
- Alcoa – globale Präsenz, begrenzte UK‑Produktion
- Enva Alu UK – wachsender Recycling‑Player
Warum Aluminium 2026 keine Materialfrage mehr ist
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: „Wie viel Aluminium produziert Großbritannien?“
Sondern: „Wie clever nutzt Großbritannien das Aluminium, das bereits existiert?“
Wer Aluminium 2026 versteht, versteht Energiepolitik, Lieferketten‑Risiken und die Kreislaufwirtschaft zugleich.
Abschluss
Die britische Aluminiumindustrie ist kleiner geworden – aber strategischer denn je.
Sie ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein Testfall für die industrielle Zukunft Europas: Recycling statt Rohstoff, Effizienz statt Masse, Strategie statt Nostalgie.
Und genau deshalb lohnt es sich 2026, genauer hinzusehen.







