Restaurant in Großbritannien eröffnen: Voraussetzungen, Kosten & Fallstricke (2026)
Am ersten Abend ist der Gastraum voll, das Menü sitzt – und trotzdem rutscht die Kalkulation ins Minus. Genau so begann 2026 die Geschichte eines neuen Lokals in Manchester. Nicht das Essen war das Problem, sondern Genehmigungen, Auflagen und laufende Kosten.
Wer in Großbritannien ein Restaurant eröffnen will, braucht mehr als Talent am Herd. Welche Voraussetzungen zählen, was es kostet und wo die Fallstricke lauern, zeigt dieser Leitfaden – Schritt für Schritt.

Voraussetzungen für die Eröffnung eines Restaurants in Großbritannien (2026)
Ein Restaurantprojekt im Vereinigten Königreich ist kein kreatives Abenteuer mit ein paar Formularen am Rand. Es ist ein streng reguliertes Geschäftsmodell. Diese Punkte sind nicht optional.
1. Lebensmittelbetrieb registrieren – kostenlos, aber verpflichtend
Jeder Betrieb, der Lebensmittel zubereitet oder verkauft, muss spätestens 28 Tage vor Eröffnung bei der zuständigen Local Authority registriert werden. Die Registrierung ist kostenlos, löst aber automatisch eine Hygienekontrolle aus.
➡ Registrierung: über die jeweilige Gemeinde auf gov.uk
2. Hygiene & Kontrolle: Das Rating entscheidet über Ihren Ruf
Nach der Eröffnung erfolgt eine unangekündigte Kontrolle durch Environmental Health. Ergebnis: das Food Hygiene Rating (0–5). In England ist das Aushängen freiwillig – online ist es trotzdem öffentlich sichtbar.
Ein Rating von 3 oder schlechter senkt nachweislich die Besucherzahlen. Viele Restaurants investieren daher vorab in Schulungen („Safer Food Better Business“).
3. Standortwahl: Überfüllte Märkte sind kein Problem – wenn Sie anders sind
London, Manchester oder Birmingham sind gesättigt. Das Problem ist nicht Konkurrenz – sondern Austauschbarkeit. Erfolgreiche Neugründungen 2024–2025 setzen auf:
- extrem fokussierte Menüs (6–10 Gerichte)
- klare Zielgruppe (z. B. Lunch-only, Delivery-first)
- kleine Flächen (40–60 m²) mit niedriger Miete
4. Finanzierung: Rechnen Sie realistisch – nicht optimistisch
Die durchschnittlichen Startkosten für ein kleines Restaurant liegen 2026 bei £50.000–£150.000, abhängig von Stadt und Zustand der Immobilie.
- Bankdarlehen: erfordern Businessplan + Eigenkapital
- Öffentliche Beratung: lokale Councils & Business Hubs
- Crowdfunding: funktioniert nur mit Reichweite
- Freunde & Familie: nur mit schriftlicher Vereinbarung

5. Lizenzen: Alkohol & Öffnungszeiten sind Kostentreiber
Wer Alkohol ausschenkt oder nach 23:00 Uhr warmes Essen verkauft, benötigt eine Premises Licence. Zusätzlich braucht mindestens eine Person eine Personal Licence.
Kosten variieren je nach Gemeinde, typischerweise:
- Premises Licence: ca. £100–£635
- Personal Licence: ca. £37 + Schulung
Personal & Lohnkosten: Der stille Budgetkiller
Ab April 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn:
- 21+ Jahre: £12,71/Stunde
- 18–20 Jahre: £10,85
- Azubis: £8,00
Für ein kleines Team von 5 Personen entstehen schnell monatliche Lohnkosten von £9.000–£12.000 – ohne Miete.
Brauche ich einen kulinarischen Abschluss?
Nein. Aber fehlendes Managementwissen ist einer der Hauptgründe für Schließungen im ersten Jahr. Erfolgreiche Betreiber investieren zuerst in Prozesse – nicht in Sterneambitionen.
Welche Küche funktioniert 2026 wirklich?
Die Gewinnerküchen der letzten Jahre sind nicht die komplexesten, sondern die skalierbaren. Konzepte mit niedrigen Wareneinsätzen, kurzer Zubereitungszeit und klarer Story überleben – alles andere verbrennt Kapital.
Am Anfang dachten Sie vielleicht, ein Restaurant zu eröffnen sei eine Frage der Leidenschaft. Jetzt wissen Sie: Es ist eine Frage der Struktur. Wer das akzeptiert, hat 2026 eine reale Chance – alle anderen bezahlen Lehrgeld.







