MediaMarkt Großbritannien 2026: Warum es den Riesen dort immer noch nicht gibt
Ein Elektroriese vor der Haustür – und trotzdem nicht da. Während MediaMarkt halb Europa prägt, bleibt Großbritannien auch 2026 ein weißer Fleck auf der Landkarte.
Nähe, Kaufkraft, Technikaffinität: Alles spricht dafür. Die Realität spricht dagegen. Warum ausgerechnet dieser Markt gemieden wird, zeigt der Blick hinter Strategie, Wettbewerb und Timing.

Was ist MediaMarkt wirklich?
MediaMarkt ist kein normaler Elektronikladen. Es ist ein europäisches Preissystem.
Gegründet 1979 in München, betreibt MediaMarkt 2026 über 1.000 Filialen in 11 europäischen Ländern. Allein in Deutschland kommen jährlich mehr als 200 Millionen Kunden in die Märkte.
Das Erfolgsrezept: riesige Verkaufsflächen (oft 4.000–8.000 m²), aggressive Preise, minimale Deko – maximaler Warenumschlag.
Typische Produktkategorien:
- Smartphones & Laptops
- Fernseher (55–85 Zoll sind Standard)
- Gaming & Konsolen
- Haushaltsgeräte
- Smart Home & Zubehör
Dazu Services wie Reparaturen, Ratenzahlung, Altgeräte-Rücknahme und Same-Day-Abholung.
MediaMarkt in Europa 2026: stärker als je zuvor
Ironischerweise ist MediaMarkt heute erfolgreicher denn je – nur eben ohne Großbritannien.
2025 wurde die Muttergesellschaft Ceconomy mehrheitlich vom chinesischen Handelsriesen JD.com übernommen (Dealwert: rund 2,2 Milliarden €). Der Abschluss wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet.
Das Ziel: schnelleres Online-Geschäft, bessere Logistik, mehr Omnichannel.
Neue Store-Formate wie MediaMarkt Xpress (unter 1.000 m²) zeigen: Das Unternehmen denkt kleiner, flexibler – und urbaner.
Aber kein einziger dieser Tests findet im Vereinigten Königreich statt.
Warum es bis 2026 keinen MediaMarkt in Großbritannien gibt
Die übliche Annahme: „MediaMarkt hat den UK-Markt einfach verschlafen.“
Die Realität ist unbequemer.
1. Currys blockiert den Markt
Currys betreibt 2026 rund 280 Filialen im Vereinigten Königreich. Die Marke deckt über 80 % der Haushalte ab und besitzt ein dichtes Logistiknetz.
Ein Markteintritt würde für MediaMarkt jahrelange Verluste bedeuten.
2. Immobilien & Personal sind teuer
Großflächen über 5.000 m² sind in UK-Städten selten und teuer. Stundenlöhne, Energiepreise und Business Rates liegen höher als in Südeuropa oder Osteuropa.
3. Briten kaufen anders Technik
UK-Kunden sind online-orientierter. 2025 wurden über 60 % der Elektronik online gekauft – meist mit Lieferung am nächsten Tag.
Das spielt Amazon und Currys in die Karten.

Die besten Alternativen zu MediaMarkt in Großbritannien (2026)
Currys
Die naheliegendste Alternative.
Fakten:
- Ca. 280 Filialen UK-weit
- Öffnungszeiten meist: 9:00–20:00 Uhr (So: 11:00–17:00)
- Click & Collect oft innerhalb von 1 Stunde
- Preisgarantie gegen Amazon
Website: https://www.currys.co.uk
Amazon UK
Online ist Amazon näher an MediaMarkt als jeder andere.
Lieferzeiten 2026:
- Standard: 3–5 Tage (kostenlos ab £35)
- Prime: Next Day (kostenlos)
- Same Day: £5.99 (in Ballungsräumen)
Website: https://www.amazon.co.uk
Argos
Perfekt für schnelle Abholung.
- Über 800 Abholpunkte (meist in Sainsbury’s)
- Same-Day-Collection möglich
- Begrenztere Auswahl als MediaMarkt
Website: https://www.argos.co.uk
Ebuyer
Online-Spezialist für Technik-Enthusiasten.
- Starke PC- & Komponenten-Auswahl
- Lieferung meist 1–2 Werktage
- Oft günstiger als Currys bei Hardware
Website: https://www.ebuyer.com
Kommt MediaMarkt doch noch nach Großbritannien?
Kurzfassung: Nicht klassisch.
Kein Mega-Markt am Stadtrand. Keine rote Riesenhalle.
Wahrscheinlicher sind:
- Reines Online-Angebot
- Marktplatz-Modell über Drittanbieter
- Pop-up-Stores in London
- Integration über bestehende UK-Plattformen
Mit JD.com im Rücken ist ein digitaler Markteintritt realistischer als je zuvor – aber frühestens nach 2026.
Die eigentliche Erkenntnis ist diese:
Großbritannien braucht MediaMarkt nicht mehr.
Der Markt hat sich ohne ihn weiterentwickelt – schneller, digitaler, härter.
Und genau deshalb ist der Einstieg heute so schwierig.






